Weltoffen aber nicht beliebig, werteorientiert aber ohne Scheuklappen

                                                                                                       

 

Thema des Monats September 2026:

 KLIMAWANDEL UND WETTERKAPRIOLEN

 

Gerade kommen wir aus einem Sommer, der uns mit hohen Temperaturen und großer Trockenheit schwer zu schaffen gemacht hat. Zurecht sprechen wir von einer Katastrophe, zumal diese Tausende Menschen das Leben gekostet hat. Doch vergleichbare Ereignisse sind auch schon in früherer Zeit aufgetreten. So dokumentieren über 300 glaubwürdige Berichte, dass 1540 von Burgund bis Krakau große Flüsse wie Seine, Rhein oder Elbe trockenen Fußes durchquert werden konnten, Mosel und Oder mit toxischen Grünalgen verseucht waren, die Bodenseeinsel Lindau plötzlich mit dem Festland verbunden war, Tausende Quellen versiegten, die Alpengletscher für alle sichtbar an Volumen verloren usw. Der Rauch der zahlreichen Waldbrände trübte das Sonnenlicht, wegen der milden Temperaturen standen die Kirschbäume bereits am 10. April in voller Blüte und ab Juli waren Maxima von 40° vielerorts keine Seltenheit mehr. Die Sommer 1531 bis 1540 waren im Durchscnitt ähnlich warm wie jene der Periode 1961- 1990. In Europa starben 1540 über eine Million Menschen, die meisten an Durchfallerkrankungen. Ausgelöst hatte diese verstörenden Ereignisse ein ungewöhnlich stabiles, die atlantischen Luftströmungen blockierendes Hochdruckgebiet, das besonders Mitteleuropa beeinflusste. Wie auch im Sommer 2026 herrschte im westlichen Russland gleichzeitig kühles Schauerwetter. Außergewöhnliche Wetterlagen können also jederzeit und überall auftreten. Aber heute sind ihre Auswirkungen umso gravierender, weil sie zu der seit Beginn des Industriezeitalters feststellbaren globalen Erwärmung hinzukommen. An den Symptomen herumzudoktern wird unsere Gesellschaften und Ökosysteme nicht mehr weitbringen. Auch die unzähligen lobenswerten Einzelinitiativen werden langfristig keinen dauerhaften Umschwung herbeiführen können. Sie laufen ins Leere, weil sie sich nicht in ein globales Gesamtkonzept einfügen. Es bedarf endlich einer weltweiten Umorientierung der Wirtschaft und der Politik, eines radikalen Perspektivwechsels und einer ernsthaften Umweltethik. 

Welcher Politiker ist bereit, das endlich ernst zu nehmen?