Weltoffen aber nicht beliebig, werteorientiert aber ohne Scheuklappen

Buch des Monats

 

TOLERANZ: EINFACH SCHWER

 von Joachim Gauck

"Ich war und bin bis heute der Meinung, dass es kein Laissez- faire geben darf gegenüber jenen, die Pluralität und Toleranz mit Füßen treten." Aus dieser tiefen Überzeugung heraus spürt der frühere deutsche Bundespräsident Joachim Gauck wichtigen Fragen nach: Was macht Toleranz aus und was macht sie notwendig? Und warum ist Intoleranz heute so populär und attraktiv? Die großen Themen unserer Zeit - wie das Erstarken populistischer Parteien, die Migrationsdebatte, die Stellung des Islam in der europäischen Gesellschaft, die drohende Klimakatastrophe und die zunehmende Digitalisierung - bieten viele Angriffsflächen für das Maß dessen, was ein Einzelner bereit ist, zu akzeptieren und zu ertragen. Daraus erwachsen Extremismus und Intoleranz. Dennoch müssen kontroverse, von gegenseitigem Respekt bestimmte Diskussionen möglich bleiben. Gauck plädiert für eine "kämpferische Toleranz", die immer wieder auslotet, wie viel Andersartigkeit man erdulden, wie viel Kritik man aushalten muss, um unsere Gesellschaft zusammenzuhalten und allen Menschen das zu sichern, was ihnen zukommt: Würde, Unversehrtheit, Freiheit und Recht.