Weltoffen aber nicht beliebig, werteorientiert aber ohne Scheuklappen

Autor des Monats

RENÉ DESCARTES

"Cogito, ergo sum". Ich zweifle, also bin ich. Dies ist wohl die berühmteste Aussage des 1596 geborenen französischen Universalgelehrten. Es ist erstaunlich, was er alles betrieb: Mathematik, Physik, Astronomie, Anatomie, Physiologie, Psychologie, Metaphysik, Erkenntnislehre, Ethik und Theologie. Er liebte die Zurückgezogenheit und lebte als eifriger Katholik jahrzehntelang hochgeachtet in den calvinistischen Niederlanden. Sein 1629 geschriebener, aber erst acht Jahre später veröffentlicher "Discours de la méthode" (Die Methode vom richtigen Gebrauch der Vernunft) wurde weltberühmt. In leicht lesbarem Französisch, anregend, fesselnd und eigenständig machte Descartes in diesem Werk "tabula rasa". Er wollte Alles in Zweifel stellen, denn: "Der Hauptgrund unserer Irrtümer liegt in den Vorurteilen unserer Kindheit, in den Grundsätzen, von denen ich mich in der Jugend überzeugen ließ, ohne sie um ihre Wahrheit befragt zu haben". Danach machte er sich daran, die Existenz Gottes zu beweisen und wie alle, die dies versucht haben, scheiterte er Aber die große Auseinandersetzung zwischen Vernunft und Glauben hatte dank Descartes endgültig Fahrt aufgenommen. Im September 1649 reiste er auf Einladung der schwedischen Königin Christine nach Stockholm. Hier verstarb er am 11. Februar 1650 an einer Lungenentzündung.