Weltoffen aber nicht beliebig, werteorientiert aber ohne Scheuklappen

Autor des Monats

 

Georges Simenon

Georges Simenon ist ein Kind der "cité ardente", der feurigen Maasstadt Lüttich mit all ihren Widersprüchen. In einer katholischen Familie aufgewachsen, Messdiener in der nahen Kirche Saint-Pholien, erzogen von Jesuiten, gedemütigt von seinen reichen Mitschülern im "Collège Saint-Servais", kehrt er Kirche und Religion den Rücken, wird Journalist und Schriftsteller und beschließt, das Leben zu genießen. Stolz trägt er später den Spitznamen "Der Mann mit den 10.000 Frauen". Er geht, wie so viele belgische Talente, nach Paris, heiratet dort mit 20 seine erste Frau und befolgt den Rat der damals bereits weltberühmten Schriftstellerin Colette (+ 1954): "Schreiben Sie verständlich, vor allem keine Literatur". 1931 erfindet Simenon Jules Maigret, den massigen, Pfeife rauchenden, etwas kleinbürgerlichen Kommissar, der seine Fälle nicht mit Feuerwaffen und Verfolgungsjagden sondern dank seiner außergewöhnlichen Kombinationsgabe löst. Maigret hat ganze Generationen geprägt; Franzosen, Engländer und Deutsche haben den Kommissar mehr oder weniger glaubwürdig in Szene gesetzt. Maigret macht Simenon endgültig zum internationalen Star. Als er am 4. September 1989 im schweizerischen Lausanne stirbt, hinterlässt er über 330 Romane, mehr als 200 Novellen und unzählige Zeitungsbeiträge. Nach einem UNESCO- Ranking von 2013 nimmt Simenon auf der ewigen Liste der Schriftsteller den 17. Platz ein; unter den französischen Autoren rangiert er nach Jules Verne und Alexandre Dumas an dritter Stelle und mit 3.500 Übersetzungen in 47 Sprachen ist er der meistgelesene belgische Autor weltweit.

Die Gesamtauflage seiner Werke übersteigt heute 550 Millionen Exemplare