Autor des Monats März 2025:
THOMAS MANN
Vor 150 Jahren kam in der Hansestadt Lübeck einer der bedeutendsten deutschen Erzähler des 20. Jahrhunderts zur Welt.
Thomas Mann wurde in eine angesehene Kaufmanns- und Senatorenfamilie hineingeboren, deren Stammhaus noch heute besichtigt werden kann und einen nachhaltigen Eindruck von Wohlstand und Tradition vermittelt. Nach dem Tode seines Vaters lebte er seit 1893 in München, zunächst als Redakteur bei der satirischen Zeitschrift "Simplicissimus", dann als freier Schriftsteller.
1905 heiratete er die Münchner Professorentochter Katja Pringsheim, die sich für den komplexen, zur Melancholie neigenden Autor als energische, aber verständnisvolle Partnerin erweisen sollte. Für seinen Erstlingsroman "Buddenbrooks-Verfall einer Familie" (1903), der im Lübecker Patriziermilieu spielt, erhielt Thomas Mann 1929 den Literaturnobelpreis. Zu diesem Zeitpunkt hatte er "bereits eine reiche literarische Ernte eingefahren". "Tod in Venedig" (1912) oder "Der Zauberberg" (1924) waren ebenfalls große Erfolge, aber in der Beurteilung kritischer aufgenommen worden.
Im Übrigen sind die genannten Werke allesamt von herausragenden Regisseuren verfilmt worden, "Buddenbrooks" sogar drei Mal. In den 1920er Jahren hatte sich der nationalkonservative Thomas Mann zu einem Befürworter der Weimarer Republik gewandelt. Es nimmt demnach nicht Wunder, dass er bei der Machtergreifung Hitlers ins Schweizer Exil ging und 1939 in die USA emigrierte. 1944 erhielt er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Nach 1945 reiste er mehrfach nach Europa und besuchte dabei auch das Nachkriegsdeutschland. Seine Vaterstadt machte ihn zum Ehrenbürger. 1952 zog er in die Schweiz, wo er drei Jahre später verstarb. Bei seiner Rückkehr nach Europa hatte er sich öffentlich bei den Amerikanern bedankt, die ihn, "den Flüchtling aus Hitler- Deutschland", großzügig und hochherzig aufgenommen hätten, doch sei ihm mit fortschreitendem Alter sein "Europäertum" immer mehr bewusst und der "fast ängstliche Wunsch nach Heimkehr zur alten Erde, in der ich einmal ruhen möchte, immer dringlicher geworden."
In Anbetracht des derzeitigen amerikanisch- europäischen Verhältnisses stimmen diese Worte nachdenklich und traurig.